Klinische Studie zu Minoxidil

Gegen Haarausfall ist Minoxidil als Wirkstoff bei der Behandlung von erblich bedingten Haarverlusten bei Männern ebenso wie Frauen wirksam. Auch bei Alopezia Areata und nach Chemotherapien gebietet Minoxidil dem Haarverlust Einhalt. Medikamente mit Minoxidil bekämpfen dabei nicht die Ursachen der androgenetischen und anderweitigen Alopezie, die vielfältig sind, wohl aber deren Symptome.

70 bis 80 Prozent der Anwenderinnen und Anwender berichteten von der schnelleren Regeneration ihrer Haare, 30 Prozent von neuem Haarwuchs. Am wirksamsten ist Minoxidil den Berichten zufolge bei dunkler pigmentierten, dunkelhaarigen Männern zwischen 20 und 50 Jahren, die erst seit einigen Jahren unter hormonellem Haarverlust leiden.

Wie wirkt Minoxidil?

In die Kopfhaut einmassiert, öffnet Minoxidil deren Haargefäße, die Kapillaren. Diese werden entspannt und durchblutet, was die Haarproduktion anregt. Zudem verkürzt Minoxidil den Wachstumszyklus der Haare. Die Ruhephase (Teleogenphase) des Haares verkürzt sich, sodass in der Wachstumsphase (Anagenphase) schneller neue Haarwurzeln gebildet werden. Nach drei bis vier Monaten wird der Haarausfall dadurch deutlich gemindert. Nach etwa einem Jahr hat sich in vielen Fällen das Haarwachstum regeneriert. Minoxidil wirkt insbesondere bei nicht krankhaft bedingter Alopezie.

Denn sein Gefäße erweiternder Effekt hängt von der Senkung des Blutdrucks im Körper ab. Entwickelt wurde Minoxidil in den 70er Jahren ursprünglich als Medikament gegen Bluthochdruck. Patienten, die unter außergewöhnlichem Stress und krankheitsbedingten Belastungen leiden, arbeiten innerlich gegen diese Wirkung an. Deshalb eignet sich Minoxidil nur eingeschränkt für sie und sie benötigen alternative Maßnahmen wie Medikation, Therapien und eventuell künstlichen Haarersatz.

Gibt es offizielle klinische Studien?

Minoxidil klinische Studien

Die Wissenschafts-Datenbank Cochrane Review verzeichnet bis 2015 47 wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Minoxidil, darunter an über 5.200 weiblichen Probanden. Sämtliche Studien ergaben, dass der Wirkstoff Minoxidil wirksamer war als den Vergleichsgruppen verabreichte Placebos. Bei sechs Studien profitierten auch die weiblichen Probanden von einem moderaten Haarwachstum. Acht Studien berichteten eine bedeutende Verbesserung des Haarausfalls bei sämtlichen Testpersonen.

Jede/r Vierte profitierte von der Stimulierung des Haarwuchses durch Minoxidil und wies nach einigen Monaten eine höhere Haardichte und stärkeres Haarwachstum auf. Besonders wirksam war das Präparat im Bereich des Scheitels (bei Glatzenbildung). Viele Teilnehmer profitierten auch von Minoxidil, wenn sie Haarverluste an den Schläfen und am Hinterkopf aufwiesen.

Für wen ist Minoxidil gedacht?

Minoxidil eignet sich in erster Linie, um den androgenetischen (hormonellen, altersbedingten) Haarausfall bei Männern und Frauen zu bekämpfen. Sein Wirkstoff verhindert weitere Haarverluste und stärkt die geschwächten Haarfolikel, um die Ruhephase der Haarwurzeln zu verkürzen und das Haarwachstum zu stimulieren. Wirksam war Minoxidil laut Studien besonders bei Haarausfall im Bereich des Scheitels (Glatzenbildung) und bei Geheimratsecken.

Auch Alopezie- und Chemotherapie-Patienten, die zusätzlich von androgenetischem Haarverlust betroffen waren, profitierten von der Anwendung von Minoxidil. Betroffene mit Alopezia Areata und nach Chemotherapien profitieren nicht von der Blutdrucksenkung des Medikaments, da ihr Stoffwechsel gestört beziehungsweise medikamentös verändert ist. In der Ausheilungsphase kann Minoxidil jedoch auch bei ihnen das Haarwachstum begünstigen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Die häufigste Nebenwirkung von Minoxidil ist Juckreiz durch die stimulierte Durchblutung. Minoxidil enthält Alkohol, was die Kopfhaut austrocknen und zur Schuppenbildung führen kann. Zudem kann es zunächst zu verstärktem Haarausfall kommen. Dies ist natürlich, da die Zellerneuerung angekurbelt wird. Langfristig können die Haare dafür umso schneller und kräftiger nachwachsen.

Bei stärkeren Nebenwirkungen wie Rötungen und Ausschlägen und bei Atemwegsbeschwerden sollte Minoxidil abgesetzt und ein Arzt konsultiert werden. Krankheitsbedingte Haarverluste sprechen nur teilweise auf Minoxidil an und sollten ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Was sollte man bei der Anwendung beachten?

Bei der Anwendung von Minoxidil gegen Haarausfall sollte die Packungsbeilage beachtet und die empfohlene Dosierung nicht überschritten werden. Übermäßige Einnahme oder das Auftragen größerer Mengen auf die Kopfhaut kann zu niedrigem Blutdruck, zu Kopfschmerzen und Herzrasen führen. Kribbeln und Taubheitserscheinungen in Armen und Beinen und/ oder im Gesicht weisen auf eine mögliche Allergie hin.

In diesem Fall sollte Minoxidil nicht weiter angewendet und ärztliche Hilfe beansprucht werden. Seltene Nebenwirkungen von Minoxidil, die auf Unverträglichkeiten hinweisen, sind Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Blutarmut und Lungenbeschwerden.

Für wen ist Minoxidil nicht geeignet?

Für wen ist Minoxidil nicht geeignet

Minoxidil darf nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Zur Verträglichkeit und Wirksamkeit bei über 65-jährigen liegen keine Studien vor. Androgenetischer Haarausfall bei Säuglingen nach der Geburt ist natürlich und nicht behandlungsbedürftig. Auch Schwangere sollten Minoxidil meiden. Bei folgenden Haarverlusten und Symptomen in Verbindung mit dem Haarausfall sollte ärztliche Hilfe beansprucht werden:

plötzlicher dramatischer Haarverlust, kreisrunde Alopezie, Haarverlust durch Mangelernährung, Haarausfälle durch Umstellung der “Pillen”-Einnahme, Vernarbungen und Verbrennungen auf der Kopfhaut samt Absterben der Haarwurzeln durch Krankheiten und Unfälle. Haarausfall nach Chemotherapien ist natürlich und kann nach Ende der Behandlung abklingen, wobei Minoxidil helfen kann, das Haarwachstum wieder zu stimulieren.

Gibt es Alternativen?

Zur Behandlung bei leichtem Haarausfall genügen gegebenenfalls natürliche Haaröle und Kräuterpräparate. Kokosöl mindert kleinere Entzündungen auf der Kopfhaut und hydratisiert Haare und Kopfhaut, während Rizinus- und Jojobaöl das Haarwachstum fördern. Auch Dragees, Shampoos und Tinkturen mit natürlichen Wirkstoffen wie Arginin, Ginseng- und Lavendelöl, Kieselsäure und Koffein stimulieren die Haardichte und das Wachstum.

Das Shampoo Nioxin enthält zudem Nicotinamid (Vitamin B 3). Günstig wirken auch Produkte mit dem Enzymhemmer Alfatradiol, der die Androgenese der Haarwurzeln verzögert, und dem den Zellstoffwechsel fördernden Molekül Thiocyanat. Schüßler-Salze helfen, den Stoffwechsel von Haut und Haaren in Einklang zu bringen und wirken dem Haarausfall natürlich entgegen.

Bewertung

Minoxidil eignet sich, um Haarausfall mit hormonellem (androgenetischem) Hintergrund bei Männern und Frauen zu behandeln. Laut Aussage der Cochrane Collaboration bewirkte das Medikament bei einem Viertel aller Probandinnen und Probanden den Rückgang des Haarverlustes und stimulierte einen moderaten Haarwuchs. Dies erreicht Minoxidil, indem es den Blutdruck senkt, die Haarkapillaren öffnet, den Wachstumszyklus der Haare verkürzt und das Haarwachstum fördert.

Binnen drei bis vier Monaten bessern sich so die Syndrome und die Haare wachsen nach. Minoxidil eignet sich nur eingeschränkt bei Haarverlust infolge akuter und chronischer Erkrankungen und nicht bei fortgeschrittenem Haarausfall. Für Kinder und Jugendliche ist Minoxidil nicht geeignet, ebenso wenig für Schwangere und über 65-jährige. Bei Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Hautausschlägen und Atmungsbeschwerden nach der Behandlung mit Minoxidil sollte ärztliche Hilfe beansprucht werden.

Bei leichtem Haarverlust helfen gegebenenfalls Kräutershampoos und Tinkturen, die vitalisierende Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen wie Ginseng und Kieselsäure, Arginin und Koffein beinhalten. Auch Thiocyn- und Alfatradiol-haltige Tinkturen können helfen, das Haarwachstum zu stimulieren und den Haarausfall zu mindern.

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